Balkon und Terrasse fliesen

Fliesen im Außenbereich, also auf Balkonen und unterkellerten Terrassen, sind besonderen Wetterbelastungen ausgesetzt. Damit Deine Fliesen und Platten und der Untergrund lange leben können, ist eine saubere Abdichtung des Betonuntergrundes der wichtigste Faktor. Wie Du Bodenfliesen richtig verlegen und Balkon und Terrasse dauerhaft abdichten kannst, zeigt unsere Anleitung.

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Anleitung: Balkon und Terrasse fliesen in 14 Schritten

In unserem Artikel zeigen wir Dir alles, was Du für Deinen eigenen Gartenweg wissen musst. Beim Gestalten stehen Dir eine Menge Möglichkeiten offen. Dein Gartenweg kannst Du aus Pflastersteinen, Natursteinplatten oder Polygonalplatten bauen – je nachdem, was Dir besser gefällt. Egal für welche Art Belag Du Dich entscheidest, die ersten 4 Schritte gelten für alle erwähnten Sorten. Dort geht es um die Vorbereitung Deines Untergrundes und die Randbegrenzung Deines Weges. Die anschließenden Schritte unterscheiden sich je nach Belag und angewendetem Produkt.

  1. Untergrund prüfen und vorbereiten
  2. Grundierung auftragen
  3. Bodenfläche ausbessern
  4. Grundierung auftragen
  5. Gefälle erstellen
  6. Grundierung auftragen
  7. Erste Abdichtungsschicht
  8. Abdichten von Fugen und Bodenabläufen
  9. Zweite Abdichtungsschicht
  10. Fliesenkleber auftragen
  11. Belag einlegen
  12. Belag verfugen
  13. Belag abwaschen
  14. Dauerelastischen Dichtstoff auftragen

Hier zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Bodenfliesen und Bodenplatten auf Deinem Balkon oder Deiner Terrasse selbst verlegen und verfugen kannst.

Zeig‘ Deinen Freunden wie einfach das Fliesen mit SAKRET ist und teile unsere Anleitung mit ihnen!

Schichtaufbau für das Fliesen von Balkon oder Terrasse

Bevor's losgeht: Sicherheit geht vor! Trage Arbeitskleidung, Handschuhe und zum Beispiel beim Fliesenschneiden auch eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille.

1. Untergrund prüfen und vorbereiten

Zuerst musst Du den Untergrund prüfen, auf dem die Bodenfliesen verlegt werden sollen. Er muss belegreif sein, das heißt z. B. dass der Estrich, auf dem die Fliesen verlegt werden, komplett durch-getrocknet sein muss. Wichtig ist auch, dass er fest und tragfähig ist, damit die Fliesen später halten. Alle Schichten, die nicht tragfähig sind, müssen entweder abgetragen oder aufgeraut werden. Solche Schichten sind zum Beispiel Zementschlämmen oder extrem dichte Schichten, die sich beim Estrichlegen bilden können.

Die Oberfläche muss sauber und trocken sein. Das heißt Schmutz, Staub, Farbrückstände oder auch Öl- oder Fettschichten müssen entfernt werden. Am besten saugst Du die gesamte Fläche mit einem sogenannten Industriesauger ab, bevor Du anfängst. Den kannst Du Dir günstig im nächsten Baumarkt ausleihen.

Bei größeren Schäden oder Unebenheiten musst Du den Betonboden bzw. den Holzboden erst ausgleichen. Wenn der Untergrund Risse oder kleine Unebenheiten aufweist, bereitest Du sie mit den nächsten beiden Schritten vor.

Bei einwandfreier Oberfläche kannst Du mit Schritt 6 weitermachen. Gibt es ein ausreichendes Gefälle, aber auch Ausbrüche oder Abplatzungen, solltest Du mit Schritt 2 weitermachen.

2. Grundierung auftragen

Verdünne die Grundierung in entsprechendem Verhältnis (gemäß Verpackung oder technischem Merkblatt) mit sauberem Leitungswasser, das Verhältnisist dabei besonders abhängig vom Untergrund. Die verdünnte Grundierung trägst Du mit einem Pinsel, einem Quast oder einer kleineren Rolle überall da auf, wo der Untergrund beschädigt ist. Wichtig ist, dass Du die kaputte Stelle/den Ausbruch vollständig grundierst, sich aber keine Pfützen auf dem Fußboden bilden. Anschließend lässt Du die Grundierung trocknen.

3. Bodenfläche ausbessern

Die Spachtelmasse wird nach Verpackungsangabe mit Wasser vermengt. Dafür eignen sich z. B. der SAKRET Betonspachtel oder der SAKRET Universalspachtel. Am leichtesten kannst Du sie mit einer Bohrmaschine und einem Rührquirl bei niedriger Drehzahl anmischen. Achte darauf, dass der Eimer, den Du verwendest, sauber ist, damit sich die Spachtelmasse nicht mit Farbrückständen oder anderen Baustoffen vermischt. Nachdem Du die Masse angerührt hast, lässt Du sie ca. 3 Minuten "reifen", damit das Wasser mit den Inhaltsstoffen reagieren kann. Nach kurzer Reifezeit nochmal kurz umrühren.

Die Spachtelmasse mit einem Spachtel oder einer Traufel in die Ausbrüche, Risse und Löcher füllen und Unebenheiten im Fußboden ausgleichen. Anschließend die Flächen glatt abziehen und trocknen lassen. Halte Dich dabei an die Trocknungszeit, die auf der Verpackung angegeben ist.

Ist ein ausreichendes Gefälle vorhanden, kannst Du gleich bei Schritt 6 weitermachen, ansonsten geht es mit dem nächsten Schritt 4 weiter.

4. Grundierung auftragen

Die Grundierung (je nach Untergrund muss diese nach Verpackungsangabe mit unterschiedlich viel sauberem Leitungswasser verdünnt werden) wieder auftragen, dieses Mal aber auf dem gesamten Untergrund, damit der Fliesenkleber und auch die Fliesen besser haften. Da die gesamte Fläche grundiert wird, kannst Du hier ruhig mit einer großen Rolle arbeiten. Achte aber wieder darauf, dass sich keine Pfützen bilden und warte dann, bis alles getrocknet ist.

5. Gefälle erstellen

Weil sich auf Deiner Terrasse oder Deinem Balkon nach Regen keine unschönen Pfützen bilden sollen, sollte der Belag auf einem Gefälle verlegt werden. Dafür mischst Du eine ausreichende Menge Spachtelmasse wie den SAKRET Universalspachtel nach Verpackungsangabe mit Wasser an. Das gelingt am besten mit einem Rührquirl an einer Bohrmaschine. Achte darauf, dass das verwendete Gefäß frei von Verunreinigungen ist.

Nun trägst Du die Spachtelmasse mit einem Spachtel oder einer Traufel auf. Beginne an dem Punkt, von dem aus das Regenwasser später ablaufen soll. Dieser stellt den höchsten Punkt der Fläche dar. In der Regel ist das der Ort, an dem Terrasse bzw. Balkon an die Hauswand angrenzt. Die Spachtelmasse verteilst Du hier batzenweise und ziehst sie in Richtung der Rinne bzw. des Bodenablaufes "auf null" ab – also so, dass die Schicht am äußeren Ende mit der Rinne abschließt. Anschließend ziehst Du die gesamte Fläche, z. B. mit einer Setzlatte, glatt ab. Überprüfe mit einer Wasserwaage, ob das Gefälle auch wie geplant erstellt wurde.

Nachdem die erste Schicht ausreichend getrocknet ist (nach ca. 24h), solltest Du erneut grundieren (siehe Schritt 4), bevor Du die zweite Schicht Spachtelmasse aufträgst und glatt ziehst. Vor dem nächsten Schritt auch die zweite Schicht für mindestens 24h trocknen lassen.

6. Grundierung auftragen

Mische die Grundierung in Abhängigkeit vom Untergrund in entsprechendem Verhältnis mit sauberem Leitungswasser. Anschließend trägst Du sie mit einem Quast, Besen oder einer Rolle auf der gesamten Fläche des Untergrundes auf. Vermeide auf jeden Fall, dass sich Pfützen bilden und lasse den Untergrund durchtrocknen.

7. Erste Abdichtungsschicht

Mische eine ausreichende Menge mineralischer Abdichtung (gemäß Verpackungsangabe) mit sauberem Wasser an. Verwende dazu am besten einen Rührquirl an einer Bohrmaschine. Die Abdichtung trägst Du in mindestens zwei Arbeitsgängen auf. Trage die erste Lage mit einer sogenannten Kratzspachtelung auf. Damit sollen alle Poren, Öffnungen, Risse und Unebenheiten im Untergrund fest verschlossen werden.

8. Abdichten von Fugen und Bodenabläufen

In die erste, noch frische Schicht der mineralischen Abdichtung legst Du Dichtmanschetten über Deine Bodenabläufe (falls vorhanden). Genauso legst Du Dichtband in die Fugen und Eckbereiche (Wand-Boden-Anschlüsse). Verwende zum Einbetten eine Glättkelle. Im nächsten Schritt befestigt Du Dichtband und -Manschetten mit der zweiten Schicht Abdichtung (Schritt 9).

Auch wenn Du keinen extra Bodenablauf in Deinem Belag haben möchtest, solltest Du die Fläche mit Dichtbändern abdichten. Wichtig sind vor allem Fugen- und Wandanschlussbereiche. Die Bänder sollten an der Wand mindestens 15 cm über den Boden reichen.

9. Zweite Abdichtungsschicht

Die zweite Lage Abdichtung trägst Du nun mit einer Glättkelle auf, die mittelgroße Zähne hat (6 mm). Informiere Dich ruhig im nächsten Baumarkt dazu, wenn Du Dir hier unsicher bist. Glätte die Lage abschließend. Zwischen den beiden Schichten solltest Du ca. 3h warten, damit die erste Schicht ausreichend trocknen kann. Beide Schichten zusammen müssen mindestens noch 2 mm dick sein, nachdem sie getrocknet sind. Die folgende Schicht Fliesenkleber kannst Du ebenfalls nach ca. 3h aufbringen.

10. Fliesenkleber auftragen

Rühre einen Fliesenkleber wie den SAKRET Fliesenkleber, SAKRET Großformatflexkleber oder SAKRET Natursteinkleber gemäß der Verpackungsangabe mit sauberem Wasser an. Wie bei der Spachtelmasse eignet sich dafür am besten eine Bohrmaschine mit einem Rührquirl bei niedriger Drehzahl. Nach dem Du die Masse angerührt hast, gibst Du ihr noch ein paar Minuten, damit sie mit dem Wasser reagieren kann. Anschließend noch einmal umrühren.

Trage den Klebermörtel mit der glatten Seite einer Zahntraufel auf den Untergrund auf. Kämme ihn danach vollflächig wie bei der Spachtelmasse auf. Die Größe der Zähne an Deiner Traufel hängt von der Größe Deiner Fliesen bzw. Platten ab. Hast Du Dich für kleinere Fliesen/Platten (Kantenlänge < 100 mm) entschieden, passt eine "Zahnung" von 4-6 mm, bei mittleren Fliesen/Platten (Kantenlänge 100-200 mm) eine Zahnung von 8 mm und bei großen Fliesen/Platten (Kantenlänge > 200 mm) eine Zahnung von 10-12 mm. In der Tabelle siehst Du die geeignete Zahnung für Deine Fliesen zusammengefasst.

Fliesengröße (Kantenlänge in mm) Passende Zahnung
< 100 mm 4-6 mm
100-200 mm 8 mm
> 200 mm 10-12 mm

11. Belag einlegen

Drücke die Fliese/Platte mit leicht schiebenden Bewegungen von unten nach oben in das Kleberbett. So kannst Du die Fliese/Platte gut an die richtige Stelle rücken und sorgst dafür, dass unter dem Belag keine Hohlräume entstehen. Richte den Belag mit einer Wasserwaage aus und überprüfe ihn immer wieder auf Hohlräume, denn nur wenn der Kleber noch nicht angezogen ist, kann noch korrigiert werden.

Bei großformatigem Belag empfiehlt es sich zusätzlich, auch vollflächig Fliesenkleber auf der Belagsrückseite aufzutragen und dann die Fliese/Platte einzulegen. Die sogenannte Zahnkellenstruktur auf der Rückseite sollte quer zu der auf dem Boden verlaufen. Die großen Fliesen/Platten kannst Du mit einem Gummihammer leicht ins Kleberbett einklopfen, um Hohlräume zu vermeiden.

Damit alle Fugen gleich breit werden, verwendest Du am besten Fugenkreuze – kleine X-förmige Plastikstücke, die zwischen die Fliesen/Platten gelegt werden. Abschließend entfernst Du die Fugenkreuze und alle Kleberreste vom Belag und aus den Fugen.

Drei Tipps zum Fliesenkauf
  • Informiere Dich vor dem Kauf über die verschiedenen Fliesen-/Plattenarten und ihre Einsatzbereiche, um zu entscheiden, welche Fliese zu Deinem Projekt passt.
  • Grob 10% des Belags solltest Du für Verschnitt und Bruch einrechnen, kaufe deshalb lieber etwas mehr.
  • Hebe Dir außerdem ein Paket Fliesen/Platten auf, damit Du später einzelne Fliesen/Platten ausbessern oder erneuern kannst.

12. Belag verfugen

Warte zunächst bis der Fliesenkleber getrocknet ist. Mische eine ausreichende Menge Fugenmörtel gemäß der Verpackungsangabe mit sauberem Wasser an. Lasse den Mörtel dann genauso wie den Fliesenkleber kurz reifen. Dein Fugenmörtel und dein Fliesenkleber sollten auch zueinander passen. Wenn Du z. B. Flexkleber verwendest, solltest Du auch einen flexiblen Fugenmörtel wie die SAKRET Flexfuge benutzen. Bei Natursteinplatten eignet sich die SAKRET Natursteinfuge besser. Bei der Auswahl hilft Dir auch unser Projektplaner: Er stellt Dir automatisch alle richtigen Produkte zusammen, die Du bei Deinen Fliesen und Deinem Untergrund einsetzen solltest.

Nun verteilst Du den Mörtel abschnittsweise diagonal zu den Fugen. Zum Einarbeiten verwendest Du am besten ein Fugbrett. Das sieht ein bisschen aus wie eine Glättkelle, besitzt aber einen weichen Untergrund, meist aus Moosgummi, mit dem sich der Mörtel gut in den Fugen verteilen lässt.

13. Belag abwaschen

Nachdem der Fugenmörtel angetrocknet ist, kannst Du die Fliesen reinigen. Dazu eignet sich ein Schwammbrett besonders gut. Ziehe das Brett diagonal über den Belag, um ihn abzuwaschen. Verwende zum Abwaschen aber nicht zu viel Wasser. Du willst ja nicht, dass der gerade eingebrachte Fugenmörtel wieder herausgelöst wird. Danach entfernst Du letzte Reste mit einem angefeuchteten Schwamm und polierst den Belag mit einem trockenen Tuch nach.

14. Dauerelastischen Dichtstoff einbringen

Die Rand- und Anschlussfugen verfugst Du nun noch mit sogenanntem dauerelastischem Dichtstoff. In der Regel handelt es sich dabei um Silikon, wie das SAKRET Silikon-Dicht E. Bei Belag aus Naturstein eignet sich das SAKRET Bau- und Natursteinsilikon NS. Den Dichtstoff verteilst Du gleichmäßig in den Fugen. Ist das Silikon in einer Kartusche, trägst Du es am besten mit einer Auspresspistole auf. Anschließend besprühst Du das Silikon mit ein wenig Wasser aus einer Sprühflasche (evtl. mit etwas Spülmittel versetzt). Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du die Fugenränder vorher auch mit Malerkrepp abkleben. Als Letztes ziehst Du die Fugen mit einem Fugenglätter ab. Das kannst Du, wenn Du möchtest, auch mit dem Finger machen, dazu aber unbedingt Handschuhe tragen!

Produkte für Dein Projekt

Mit den Produkten von SAKRET ist eine einfache und einwandfreie Verarbeitung garantiert. Hier kannst Du Dir aus unserem Sortiment die Produkte auswählen, die Du für Dein Projekt brauchst, die richtige Menge berechnen und auch gleich online bestellen. Oder noch einfacher: Lass Dir von unserem Projektplaner: Balkon und Terrasse fliesen automatisch die passenden Produkte in der richtigen Menge für Dein Projekt zusammenstellen.

Der Projektplaner

Plane Deinen gefliesten Balkon bzw. geflieste Terrasse schnell und einfach online! Der Projektplaner stellt Dir alle Produkte zusammen, die Du zum Fliesen- und Plattenverlegen und - verfugen brauchst – auf Dein Projekt abgestimmt und in genau der richtigen Menge. Dazu bekommst Du eine Profi-Anleitung und eine Einkaufsliste zum Ausdrucken – inklusive wertvoller Tipps zu den Produkten und ihrer Verarbeitung.

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