Hellbezugswert

Hellbezugswert (HBZ) wird definiert als ein Maß für die Helligkeit einer Oberfläche. Er stellt damit einen Reflexionsgrad eines bestimmten Farbtons zwischen dem Schwarzpunkt (HBZ = 0) und dem Weißpunkt (HBZ = 100) dar. Der Hellbezugswert gibt dabei an, wie weit der betreffende Farbton vom Schwarz- oder Weißpunkt entfernt ist.

Kleinere Werte entsprechen dabei dunkleren Farbtönen, hellere Farbtöne dagegen werden durch größere Werte gekennzeichnet. Entscheidend für den Hellbezugswert sind weder der Glanzgrad noch das verwendete Bindemittel, sondern allein Art und Anteil der Farbpigmente. Zusätzlich kann der Grad der Verschmutzung der Fassadenoberfläche einen Einfluss haben. Ähnlich wirkt hier Algen- oder Schimmelpilzbefall.

Dunklere Farbtöne im Außenbereich unterliegen infolge des andauernden Wechsels zwischen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung während der Nachtstunden größeren Temperaturspannungen als heller eingefärbte Beschichtungen.

Anwendungsbereich

Die Spannungen spielen eine besondere Rolle bei Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) mit dem gegen Wärme und Kälte dämmenden Untergrund (z. B. EPS-Wärmedämmplatten) und dem darauf liegenden, relativ dünnschichtigen Oberputz.

Um das Auftreten von Spannungen und damit Rissen zu vermeiden, werden die Hellbezugswerte der Fassadenbeschichtungen in Abhängigkeit zum Untergrund begrenzt.

Hohe Oberflächentemperaturen auf der Fassade werden in der Regel mit den hohen Temperaturen heißer Sommermonate in Verbindung gebracht. Es werden jedoch im Februar/März in etwa ähnlich hohe Temperaturen auf der Fassadenoberfläche gemessen wie im Juli/August. Ursächlich dafür sind der Sonnenstand und die Intensität der Einstrahlung (Einfallswinkel).

Verarbeitung

Im Folgenden wird die Verarbeitung des SAKRET Dekor Kratzputzes zur Vermeidung von Algen- und Schimmelpilzbefall beschrieben:

  1. Vorbereitung: Der Untergrund muss zunächst trocken, fest sowie frei von Verschmutzungen und Ausblühungen sein. Zu stark saugende Untergründe sollten mit einem Tiefengrund egalisiert werden.
  2. Verarbeitung: Der Kratzputz sollte mit einem entsprechenden Rührwerk aufgerührt werden. Es sollte max. 3% Wasser hinzugefügt werden. Nun kann mit einer Kelle das Material vollflächig aufgezogen werden. Anschließend wird die Fläche mit einem Reibebrett gleichmäßig und rund abgerieben.
  3. Nachbehandlung: Auf zusammenhängenden Flächen sollte nur Material aus der gleichen Charge verwendet werden (aufgrund von möglichen Farbschwankungen). Die Fläche sollte beim Trocknen geschützt werden vor starker Sonneneinstrahlung, starkem Wind und Frost.

Alle oben genannten Verarbeitungsempfehlungen sind unverbindlich. Die Angaben beziehen sich auf den gewöhnlichen Verwendungszweck. Mehr Informationen sind im Technischen Merkblatt zu finden.

Tipp

Besonders bei WDVS-Fassaden sollte die Fassadenfarbe keinen HBZ unter 20 aufweisen, da durch die hohen Temperaturschwankungen eher Risse im Putz entstehen können. Schwarze Farben müssen z. B. bis zu 80 Grad Celsius aushalten, die durch WDVS nicht so schnell abgeführt werden.

SAKRET bietet verschiedene Putze und andere Produkte, die die Fassade von unnötigem Algen- und Schimmelpilzbefall schützen und damit den HBZ auch bei dunkleren Farben höher halten.

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