Sinterhaut

Sinterhaut wird auch Sinterschicht genannt. Das Verb dazu nennt man „sintern“.

Sinterhaut ist eine oberflächig dünne, harte, glasartige und spröde Schicht aus reinem Kalkstein (CaCO3).

Eine Sinterhaut, die oftmals an einem deutlichen Glanz zu erkennen ist, wirkt wie eine Sperr- oder Trennschicht und stellt keinen idealen Untergrund zum Beschichten dar. Sie lässt also keine Feuchtigkeit durch und muss deshalb entfernt werden.

Anwendungsbereich

Eine der Ursachen der Sinterhautbildung (vor allem in gefilzter oder geglätteter Oberfläche) sind die zu lange oder zu intensive Strukturierung oder Nachbehandlung, sodass es zu einer Anreicherung von Bindemitteln und Feinanteilen an der Oberfläche kommt. Eine weitere Ursache kann eine nicht ausreichende Durchlüftung bzw. Austrocknung des Putzes sein (zu hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen).

Allgemein erkennt man die Sinterhaut daran, dass alles Wasser an ihr abperlt und sie stärker glänzt. Ein häufiges Problem ist das Sintern bei Gipsputzen. Sie erscheint jedoch ebenfalls bei dünnflüssigem Beton, Spachtel- und Ausgleichsmassen. Hier ist häufig das Problem, dass zu dünn angemischt wurde. In der Regel hilft bei der Sinterhaut nur ein intensives Abschleifen der gesamten Schicht, damit der darunter liegende Putz o. A. wieder ordnungsgemäß trocknen kann.

Verarbeitung

Es folgt die richtige Verarbeitung des SAKRET Malerfeinspachtels, damit eine Sinterhaut im Anschluss vermieden wird:

  1. Vorbereitung: Der Untergrund muss fest, sauber, tragfähig und frei von Rissen sein. Falls nötig sollte eine geeignete Grundierung aufgetragen werden (SAKRET Tiefengrund für saugende Untergründe, SAKRET Haftgrund schnell für schwach saugende Untergründe).
  2. Verarbeitung: Der Malerfeinspachtel wird langsam in ein mit sauberem, kalten Leitungswasser gefülltes Gefäß eingestreut. Dann erst einmal 3-4 Minuten einsumpfen lassen. Nun wird die Masse klumpenfrei angemischt. Nach Bedarf kann Wasser zur Einstellung der Konsistenz hinzugegeben werden. Der Feinspachtel wird mit einer Glättkelle aufgetragen und flächig glatt gezogen. Innerhalb der ca. 1-2 Stunden Trocknungszeit pro Schichtdicke kann mit einer feuchten Glättkelle nachgeglättet werden. Die Schichtdicke sollte zwischen 0 und 4 mm liegen.
  3. Nachbehandlung: Das abbindende Produkt vor direkter Sonneneinstrahlung, Zugluft sowie zu hohen (> 25 °C) und zu niedrigen (< 5 °C) Temperaturen schützen. Schleifen, Anstriche und andere Nachbehandlungen erst nach vollständiger Austrocknung durchführen. Bis zur vollständigen Austrocknung der verspachtelten Fläche gut lüften.

Alle oben genannten Verarbeitungsempfehlungen sind unverbindlich. Die Angaben beziehen sich auf den gewöhnlichen Verwendungszweck. Mehr Informationen sind im Technischen Merkblatt zu finden.

Tipp

Mit einer einfachen Benetzungs- und/ oder Gitterschnittprobe erkennt man, ob die eingeschnittenen Stellen schneller Wasser aufnehmen als die nicht eingeschnittenen. Daran zeigt sich die Sinterhaut.

Die gipshaltigen SAKRET-Produkte neigen bei ordnungsgemäßer Verarbeitung nicht zur Sinterhautbildung.

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