Hydrophil

Der Begriff  hydrophil wurde aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet sinngemäß "wasserfreundlich". Das Gegenteil von hydrophil ist hydrophob.

Baustoffe oder Oberflächen, die sich mit Wasser leicht benetzen lassen, werden als hydrophil bezeichnet.

Die beiden Putzsorten werden u. a. anhand des Benetzungs- bzw. Kontaktwinkels unterschieden. Der Kontaktwinkel ist eine Messgröße, die erfassen soll, wie sehr eine Oberfläche bzw. ein Stoff Wasser anzieht oder aufnimmt. Er wird bestimmt, indem beobachtet wird, wie ein Wassertropfen sich bei Kontakt mit der Oberfläche verhält. Zieht er sich auf der Oberfläche sehr lang und breit, ist der Kontaktwinkel sehr klein und die Oberfläche gilt als hydrophil.

Häufig wird die Gegenüberstellung von hydrophil und hydrophob beim Verputzen relevant. Hier steht die Entscheidung zwischen hydrophilen und hydrophoben Putzen bei der Ausgestaltung von Fassaden aus. Verhindert werden soll mit der Verwendung des richtigen Putzes vor allem das Ansetzen von Schimmel, Algen o. Ä.

Anwendungsbereich

Die hydrophilen Putze vergrößern einerseits die Oberfläche der antreffenden Wassertropfen, damit diese schneller verdunsten. Andererseits nehmen die Putze das Wasser tiefer in unteren Schichten auf. Die oberste Schicht bleibt damit möglichst trocken und das gespeicherte Wasser wird bei niedrigerer Luftfeuchtigkeit wieder abgegeben.

Hydrophile Baustoffe oder Oberflächen können aber auch durch die Behandlung mit einer Hydrophobierung nachträglich wasserabweisend (hydrophob) ausgerüstet werden. In der Regel wird dafür eine Imprägnierung aufgetragen. Die kapillare Wasseraufnahme des Stoffes reduziert sich damit.

Tipp

Hydrophile Oberflächen sind z. B. Metall und Glas.

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