Ausgleichsfeuchte

Die Ausgleichsfeuchte wird auch als Gleichgewichtsfeuchte
bezeichnet. Alternativ werden auch Begriffe wie Bilanzfeuchte oder praktischer Feuchtegehalt eingesetzt.

Ausgleichsfeuchte beschreibt die stoffspezifische Feuchte
(also der Wassergehalt) eines porösen Baustoffes, die sich in einem hygroskopischen Stoff in Abhängigkeit und im Gleichgewicht mit der relativen Luftfeuchtigkeit einstellt. Sie wird allgemein angegeben in Volumenprozenten oder Masseprozenten.

Die Ausgleichsfeuchte unterscheidet sich je nach Material. Das liegt an der spezifischen inneren Beschaffenheit der Stoffe, also wie viele und welche Art von Hohlräumen der Stoff aufweist (Porosität). Nach bestimmter Zeit der Lagerung in einem Raum stellt sich ein Gleichgewicht zwischen der relativen Luftfeuchtigkeit im Raum und dem Feuchtigkeitsgehalt im Material ein. Der Feuchtigkeitsgehalt im Gleichgewicht ist dann die Ausgleichsfeuchte. Die Ausgleichsfeuchte von Beton beträgt beispielsweise ca. 15 Vol.-Prozente, während sie bei Ziegel nur ein Zehntel davon beträgt.

Anwendungsbereich

Relevant wird die Ausgleichsfeuchte bei besonders feuchtebelasteten Räumen (wie z. B. Bäder). Materialien mit hoher Ausgleichsfeuchte können hier besonders viel Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und sie später wieder abgeben. Hierfür eignen sich z. B. Lehm, Gipsputz, unbehandeltes Holz oder Kalk-Zement-Putze.

Verarbeitung

Im Folgenden wird die Verarbeitung des SAKRET Kalk-Zement-Putzes leicht mit höherer Ausgleichsfeuchte beschrieben.

  1. Vorbereitung: Vor dem Auftragen des SAKRET Kalk-Zement-Putzes leicht müssen minderfeste Oberflächenschichte (wie Schmutz oder Staub) vollständig entfernt werden. Je nach Saugverhalten muss der Untergrund mit einer Haftspachtelung, einem Spritzbewurf oder per Vornässen vorzubehandeln.
  2. Verarbeitung: Der SAKRET Kalk-Zement-Putz leicht sollte in einem sauberen Mischgefäß mit sauberem, kaltem Leitungswasser unter ständigem Rühren mit einem geeigneten Rührwerk ohne Klumpenentstehung und homogen durchmischt werden. Anschließend wird er entweder per Hand oder mit einer Putzmaschine aufgetragen. Er wird mit einer Glättkelle von unten nach oben aufgezogen. Die Schicht sollte minimal 10 mm und maximal 20 mm dick sein. Anschließend wird der Putz mit einer Richtlatte abgezogen und nach dem Erhärten aufgeraut.
  3. Nachbehandlung: Vor dem Auftrag von nachfolgenden Putzen oder Fliesenarbeiten muss eine Mindesttrocknungszeit des Unterputzes von ca. 1 Tag pro mm Schichtdicke (witterungsabhängig) eingehalten werden. Der Putz sollte vor direkter Sonneneinstrahlung, Frost, Schlagregen, Zugluft sowie zu hohen (> 30 °C) und zu niedrigen (< 5 °C) Temperaturen geschützt werden. Freistehende Oberflächen während der Trocknungszeit vor zu schnellem Austrocknen schützen. Empfohlen wird hier z.B. das Abhängen des Gerüstes mit Folie oder feuchten Jutesäcken. Die Nachbehandlungsdauer richtet sich nach den Witterungs-bedingungen.

Alle oben genannten Verarbeitungsempfehlungen sind unverbindlich. Die Angaben beziehen sich auf den gewöhnlichen Verwendungszweck. Mehr Informationen sind im Technischen Merkblatt zu finden.

Tipp

Die feuchtigkeitsausgleichenden Prozesse finden nur in den ersten 1 bis 2 cm der Wandoberfläche statt.

Für Feuchträume wie Bäder bietet SAKRET Kalk-Zement-Putze
an, die besonders atmungsaktiv sind und der hohen Luftfeuchtigkeit standhalten.

Ähnliche Begriffe

Diese Produkte könnten Dich interessieren

Produktbild vom Unterputz Kalk-Zement-Putz leicht (MAP-L/655) des Unternehmens SAKRET
Kalk-Zement-Putz leicht (MAP-L/655)

Diese Projekte könnten Dich interessieren

Decke aus Beton ausbessern und verputzen

Diese Artikel könnten Dich interessieren

Innenwand ein­fach selbst ver­put­zen