Wasserdampfdiffusion

Das Innenraumklima eines Gebäudes unterscheidet sich vom Außenklima in der Regel durch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit.

Liegt unterschiedlicher Wasserdampfdruck im Innen- und Außenbereich vor, so besteht das Bestreben nach einem Wasserdampf-Druckausgleich. Der Wasserdampf wandert von der Bauteilseite mit hohem Dampfdruck zur Bauteilseite mit niedrigem Dampfdruck, also in der Regel von innen nach außen.

Dieser Vorgang wird als Wasserdampfdiffusion bezeichnet.

Wasserdampfdiffusion ist also die Wanderung von Wasserdampf, im Regelfall von "warm" nach "kalt" unter dem Einfluss eines Temperaturgefälles, aber auch von "feucht" nach "trocken" unter dem Einfluss eines Dampfdruckgefälles.

Der gleiche Vorgang kann auch innerhalb der Baustoffe stattfinden, da die Wasserdampfmoleküle nur eine Größe von 0,3 nm haben.

Der Wasserdampfdiffusion setzen die Bauteile einen unterschiedlichen Widerstand entgegen. Je höher der Widerstand ist, umso weniger Wasserdampf kann durch das Bauteil transportiert werden. Dieser wird über die Diffusionswiderstandszahl µ angegeben.

Mit dieser dimensionslosen Zahl wird die Dichtigkeit eines Stoffes gegenüber der Wasserdampfdiffusion angegeben.

Die Bedeutung der Wasserdampfdiffusion wird oft überschätzt, da nur etwa 2 bis 5% der im Raum vorhandenen Feuchtigkeit über diesen Mechanismus nach außen transportiert wird. Der überwiegende Anteil der Luftfeuchtigkeit muss durch Lüften abgeführt werden.