Haftzugfestigkeit

Haftzugfestigkeit oder auch Abreißfestigkeit ist ein Maß für die Untergrundhaftung einer alten Beschichtung.

Professionelle Messungen der Haftzugfestigkeit erfolgen, in dem man auf den alten Untergrund einen Stempel aufklebt und diesen mithilfe einer Zugprüfmaschine senkrecht und gleichmäßig langsam bis zum Abriss (Bruch) abzieht. Dieser Messwert wird dann als Kraft pro Fläche in N/mm² angegeben.

Wichtig dabei ist, dass eine sorgfältige Beschreibung des Bruchbildes erfolgt, da der Bruch innerhalb der Beschichtung (Kohäsionsbruch), in der Grenzfläche zwischen Beschichtung und Untergrund (Adhäsionsbruch) oder im Untergrund selbst erfolgen kann.

Man kann aber auch durch einfache Prüfungen die Haftzugfestigkeit bestimmen. Hierzu werden entweder eine Gitterschnittprüfung oder ein Klebebandversuch durchgeführt.

Bei höheren Flächengewichten erfolgt die Prüfung der Haftzugfestigkeit etwas anders. Hierzu wird auf eine Probefläche mit einer Zahntraufel ein hydraulisch gebundener Haftputz mit geeigneter Gewebeeinlage in Schichtdicken von ca. 3 bis 5 mm dick aufgezogen.

Für die Prüfung muss das später vorgesehene Material verwendet werden, wobei das Armierungsgewebe an der Unterseite mindestens 40 cm herausragt.

Anschließend wird der Haftputz erneut aufgetragen und glatt gestrichen. Nach einer Wartezeit von ca. 7 Tagen wird das freie Ende des Armierungsgewebes von unten nach oben abgezogen. Löst sich dabei der Altputz mit ab, ist seine Haftzugfestigkeit für eine Überarbeitung unzureichend.

Trennen sich dagegen beide Schichten des Haftputzes, so ist die Haftzugfestigkeit des zu sanierenden Untergrundes ausreichend.