Sofortmaßnahmen nach Wasserschäden
Wasserschäden – Jeder Schritt zählt
Ein Wasserschaden, egal, ob Wasser oder Rohrbruch ist eine der schwerwiegendsten Katastrophen, die ein Zuhause heimsuchen kann. Die Zerstörungskraft des Wassers hinterlässt nicht nur sichtbare Schäden, sondern auch langwierige Probleme, die sorgfältige und schnelle Reaktionen erfordern. In dieser Phase ist es entscheidend, mit einem klaren Plan und strukturiertem Vorgehen die Situation zu bewältigen. Diese Anleitung gibt Dir die wichtigsten Schritte an die Hand, die Du unmittelbar nach einem Wasserschaden umsetzen solltest. SAKRET steht Dir dabei zur Seite – denn wir meistern diese Herausforderung gemeinsam.
Wasserschäden – Sicherheit an erster Stelle
Nach einem Wasserschaden ist es essenziell, auf Deine Sicherheit und die Deiner Familie zu achten. Betrete das betroffene Gebäude niemals unüberlegt, denn die Struktur könnte geschwächt sein. Der erste Schritt ist die Überprüfung auf mögliche Einsturzgefahr. Achte auf Anzeichen wie Risse in Wänden, Verformungen oder verschobene Gebäudeteile. Wenn Du unsicher bist, kontaktiere unbedingt einen Statiker, um eine professionelle Beurteilung der Tragfähigkeit einzuholen.
Ein weiteres kritisches Thema ist die Stromversorgung. Wasser und Elektrizität sind eine lebensgefährliche Kombination. Stelle sicher, dass die Stromzufuhr komplett abgeschaltet ist, bevor Du das Haus betrittst. In einigen Fällen könnte es erforderlich sein, einen Elektriker zu kontaktieren, um sicherzustellen, dass keine versteckten Gefahren bestehen.
Zusätzlich solltest Du die Umgebung auf mögliche Schadstoffe oder freigesetzte Gase prüfen. Hochwasser kann Chemikalien aus angrenzenden Industrieanlagen, Heizölschächten oder Abwasserkanälen freisetzen. Wenn Du einen ungewöhnlichen Geruch wahrnimmst oder das Risiko nicht einschätzen kannst, rufe umgehend die Feuerwehr oder entsprechende Spezialisten.
Dokumentation des Schadens
Um den Schaden später ordnungsgemäß bei der Versicherung geltend machen zu können, ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend. Beginne damit, alle beschädigten Bereiche und Objekte zu fotografieren oder zu filmen. Nimm dabei verschiedene Perspektiven auf und dokumentiere die Schäden umfassend. Es ist ratsam, nicht nur offensichtliche Zerstörungen zu erfassen, sondern auch verdeckte Schäden zu berücksichtigen.
Erstelle im nächsten Schritt eine Liste der beschädigten Einrichtungsgegenstände, Geräte und baulichen Elemente. Falls möglich, füge Kaufbelege und geschätzte Werte hinzu. Diese Dokumentation dient nicht nur als Nachweis, sondern erleichtert auch die Schadensregulierung mit der Versicherung. Nimm umgehend Kontakt zu Deinem Versicherer auf und informiere ihn über die Situation. Frage, welche weiteren Schritte notwendig sind und ob ein Gutachter entsandt wird.
Wer hilft bei Wasserschäden?
- Feuerwehr und Katastrophenschutz: Die lokale Feuerwehr ist oft der erste Ansprechpartner bei akuten Hochwassern und Überflutungen. Sie hilft beim Abpumpen von Wasser, sichert gefährdete Bereiche und steht Dir mit ihrer Erfahrung zur Seite. Auch Katastrophenschutzbehörden der Städte und Landkreise sind im Ernstfall gut vorbereitet und koordinieren Hilfsmaßnahmen.
- Technisches Hilfswerk (THW): Das THW ist spezialisiert auf technische Hilfeleistungen in Krisensituationen. Bei Hochwasser sorgen sie für Pumparbeiten, den Schutz gefährdeter Gebäude und die Wiederherstellung wichtiger Infrastruktur.
- Stadt- und Gemeindeverwaltungen: Deine Kommune ist eine zentrale Anlaufstelle, um Unterstützung zu erhalten. Hier bekommst Du Informationen zu Notunterkünften, finanziellen Soforthilfen und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung.
- Umwelt- und Wasserbehörden: Landes- und Bundesbehörden, wie das Umweltbundesamt, informieren über langfristige Wasserschutzmaßnahmen und beraten zu umweltbedingten Risiken.
- Hilfsorganisationen: Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter oder Malteser unterstützen mit Notfallhilfe, Verpflegung, Unterbringung und medizinischer Versorgung. Diese Organisationen sind besonders wertvoll in den ersten Tagen nach einem Hochwasser.
Entfernung von Wasser und Grundreinigung
Sobald die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, muss das Wasser aus dem Gebäude entfernt werden. Dabei ist es wichtig, vorsichtig und kontrolliert vorzugehen. Ein zu schnelles Abpumpen des Wassers kann einen Druckunterschied zwischen dem Gebäude und dem umliegenden Grundwasser erzeugen, was Schäden am Fundament oder an tragenden Bauteilen verursachen könnte. Gehe schrittweise vor und achte auf den Grundwasserspiegel in der Umgebung.
Der nächste Schritt ist die Entfernung von Schlamm und Schmutz. Sobald das Wasser abgelaufen ist, bleibt oft eine dicke Schlammschicht zurück, die möglichst schnell entfernt werden sollte, da sie sich ansonsten festsetzt und nur noch schwer zu beseitigen ist. Arbeite mit Schaufeln, Schrubbern und geeigneten Werkzeugen. Im Anschluss ist eine Desinfektion der betroffenen Flächen wichtig, insbesondere, wenn das Wasser Fäkalien oder chemische Verunreinigungen mit sich gebracht hat. So kannst Du die Verbreitung von Keimen und Schimmelsporen eindämmen.
Freiräumen und Trocknung der Räume
Ein entscheidender Schritt zur Schadensminimierung ist das Entfernen von feuchten Möbeln, Textilien und Einrichtungsgegenständen. Je schneller diese aus dem betroffenen Bereich gebracht werden, desto eher kann die Bausubstanz trocknen. Möbel sollten möglichst ins Freie gebracht oder in weniger betroffenen Bereichen untergestellt werden. So reduzierst Du das Risiko von Folgeschäden und begünstigst die Trocknung des Gebäudes.
Zur aktiven Trocknung der Räume solltest Du eine Kombination aus Stoßlüften und dem Einsatz von Trocknungsgeräten nutzen. Bautrockner können Feuchtigkeit effizient aus der Luft ziehen und die Trocknung beschleunigen. Falls solche Geräte nicht zur Verfügung stehen, hilft regelmäßiges Querlüften. Dabei sollten gegenüberliegende Fenster geöffnet werden, um eine maximale Luftzirkulation zu ermöglichen. Die Raumtemperatur sollte möglichst erhöht werden, da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wichtig: Nutze keine Gasheizgeräte, da diese zusätzlich Wasserdampf erzeugen und die Raumluft belasten können.
Im Anschluss findest Du weitere Unterstützung zu speziellen Sanierungsarbeiten nach Wasserschäden – lies dafür einfach die zu Deinem Schaden passenden Artikel.


