Ein Pflaster für alle Fälle
Die Natur hat ja viele Vorzüge. Doch wer abends bei Nieselregen durch den Garten stapft, der erkennt schnell, dass saubere Schuhe nicht zu den Vorteilen naturnahen Lebens gehören. Die Lösung? Ganz einfach: Ein befestigter Gartenweg. Solche Gartenwege gibt es in allen möglichen Größen, Breiten, Tiefen und Ausführungen. Auch der Belag, aus dem Du den Weg baust, ist wichtig. Denn je nachdem, für welche Platten oder welchen Stein, Kies oder Holzbohlen Du Dich entscheidest: Gartenwege prägen den Garten genauso wie Spielgeräte, Stauden, Sträucher oder Bäume. Ein Gartenweg kann aber mehr als nur saubere Schuh:
- Ein gut angelegter Weg sorgt dafür, dass Du bei Wind und Wetter durch den Garten laufen kannst, ohne das Grilltablett zwischen Maulwurfshügeln hindurch balancieren zu müssen.
- Und wenn Du Besuch hast – ob mit Kinderwagen oder Rollator – wird man Dir dankbar sein für die Mobilität, die Du durch einen guten Weg ermöglichst.
Ein richtiger Gartenweg ist mehr als ein paar Platten, die Du hier und da ins Gras gelegt hast. Denn damit er auch im nächsten Frühjahr noch begehbar bleibt und die Platten nicht jedes regnerische Wochenende im Rasen versinken, sind ein paar Aushubarbeiten notwendig. Je nach Untergrund kommt noch eine Tragschicht dazu. Eine Randbegrenzung sorgt außerdem für mehr Stabilität der Wege und sieht noch dazu gut aus. Also: wenn jetzt Dein Bauarbeiterherz höher schlägt, dann plane Dein Projekt von Anfang bis zum Ende durch.
Wir zeigen Dir gern, wie Du Wege aus Pflastersteinen, Naturstein und Polygonalplatten bauen kannst. Mit dem SAKRET-Projektplaner weißt Du gleich genau, welche Mengen an Material Du benötigst, und wo Du es in Deiner Nähe kaufen kannst. Und dazu gibt’s jede Menge Tipps zu den einzelnen Produkten und ihrer korrekten Verarbeitung.
1. Plane wie ein Profi mit dem SAKRET Projektplaner
2. Schritt-für-Schritt Anleitung vom Profi zum Pflastern Deines Gehwegs
1. Randbegrenzung vorbereiten und Erdreich ausheben:
Das Erdreich muss fest, tragfähig und frostfrei sein. Um eine dauerhafte Stabilität zu gewährleisten sind Gartenwege durch Randsteine oder eine Randpflasterung fest einzufassen.
Soll die Oberkante des Gartenwegbelags mit dem Erdniveau abschließen, das Erdreich mit einem Spaten ca. 30 cm tief zzgl. Stein-/Plattenhöhe und über der gewünschten Länge und Breite des Gartenwegs ausheben. Ist geplant, dass die Oberkante des fertigen Belags oberhalb des Erdniveaus liegt, kann ggf. weniger tief ausgehoben werden.
Bei lockerem Boden diesen anschließend z.B. durch einen schweren Hammer oder einem Rüttler verdichten.
Hinweis: Für die beidseitige Randeinfassung bei der Breite zusätzlich je Seite 15 cm im Vergleich zur Gesamtgartenwegbreite einkalkulieren. Bei Verwendung von Randsteinen mit einer Höhe von >20 cm ggf. das Erdreich im Randbereich etwas tiefer ausheben.
Danach im Randbereich eine etwa 10 cm starke Schicht aus Schotter, Splitt, Kies oder sogenanntem Mineralgemisch einfüllen und verdichten.
2. Ausrichten der Randbegrenzung und Anmischen des Betons:
Vor Verlegung der Randbegrenzung eine Richtschnur spannen. Diese legt die Linie fest, an der die Randsteine fluchtgerecht und auf gleicher Höhe entlang gelegt werden. Bei Gartenwegen vom Haus weg, immer ein Mindestgefälle von 2% (2 cm Höhe auf 1 m Länge) einplanen, damit das Regenwasser anschließend auch oberflächig vom Gartenweg abfließen kann. Anschließend den Beton anhand der Verpackungsangaben mit Wasser mittels Bohrmaschine und Rührquirl in einem Maurerkübel anmischen.
Hinweis: Um den richtigen Abstand der Randbegrenzung festzulegen, muss im Vorfeld das Rastermaß der Pflastersteine inkl. Fugenabstand bestimmt werden. Ggf. fertigungsbedingte Maßtoleranzen ebenfalls bei der Festlegung des Rastermaßes berücksichtigen. Diese Vorgehensweise verhindert unnötige und aufwendige Zuschnittarbeiten.
3. Beton einbringen und Rand-/Pflastersteine setzen:
Den Frischbeton mit der Maurerkelle ca. 10 cm dick einbringen (bei Pflastersteinen in Abhängigkeit von deren Höhe ggf. etwas dickere Schicht auftragen) und gleichmäßig auf dem verdichteten Schotter verteilen. Den ersten Rand- oder Pflasterstein anhand der gespannten Richtschnur in den Frischbeton setzen und mittels Wasserwaage lot- und fluchtgerecht ausrichten.
4. Rand-/Pflastersteine einklopfen und Rückenstürze formen:
Die gesetzten Steine mit einem Gummihammer fest einklopfen und erneut die Ausrichtung mit der Wasserwaage überprüfen. Bei Pflastersteinen können gleich mehrere Steine hintereinander gesetzt werden und auf Höhe eingeklopft werden. Anschließend die Betonbettung seitlich vom Rand- oder Pflasterstein zu einem Keil, einer sogenannten Rückenstürze, formen und mit der Maurerkelle andrücken und glatt ziehen. Den Keil bei Randsteinen etwas stärker ausprägen, sodass ca. 1/3 des Steins im Betonbett verankert sind.
Hinweis: Eine ausreichende Trocknungszeit des Betons sollte berücksichtigt werden, insbesondere bevor mit dem Abrütteln des Pflaster- oder Plattenbelags begonnen wird.
Trocknungszeit vor Pflasterung: mindestens 48 Stunden
Trocknungszeit vor Abrütteln: mindestens 5 Tage
5. Tragschicht für den Pflasterbelag erstellen:
Bei Pflaster- oder Plattenwegen auf den gut verdichteten Untergrund zunächst eine Tragschicht aus Schotter oder sogenanntem Mineralgemisch aus groben und feinen Anteilen (0/32er Körnung) einfüllen, auf Niveau mit einer Abziehlatte abziehen und mit Rüttler verdichten.
Die einzubringende Höhe (Terf) ergibt sich aus der Gesamttiefe des Erdaushubs (TG) minus der Pflaster-/Plattenbelagshöhe (HP) plus 4 cm (Terf=TG-(HP+4cm)).
Hinweis: Es ist ggf. hilfreich, vor dem Einbringen der Tragschicht Abziehleisten aus Holz oder Metall mit Wasserwaage auf Höhe einzubringen, auf denen die Tragschicht einfach abgezogen werden kann. Bitte beachten, schon in dieser Schicht das Gefälle von mindestens 2% (2 cm Höhe auf 1 m Länge) vom Haus weg einplanen!
Bei gebundener Bettung weiter mit Schritt 6a, bei ungebundener Bettung weiter mit Schritt 6b
6a. Pflasterbett herstellen (gebundene Bettung):
Die Bettung ist in einer Endstärke von 10 cm herzustellen. Hierzu wird der Bettungsmörtel in mehreren Schichten aufgetragen und jeweils sorgfältig verdichtet, sodass die maßgebliche Schichtdicke nach der Verdichtung ca. 10 cm beträgt. Die volumenbedingte Reduzierung durch die Verdichtung ist bei der Bemessung der Auftragshöhe entsprechend zu berücksichtigen, um die Zielstärke der Bettung sicherzustellen.
Hinweis: Durch die Verdichtung verringert sich die Schichtdicke um etwa 10 %; dies ist bei der Auftragshöhe zu berücksichtigen.
7a. Pflaster-/Betonwerksteine verlegen (gebundene Bettung):
Die Haftbrücke auf die Rückseite der Pflaster-/Betonwerksteine auftragen und diese anschließend in das Pflasterbett „frisch in frisch“ eindrücken und mit einem Gummihammer leicht einklopfen. Darauf achten, dass das Pflasterbett nicht mehr betreten wird, d.h. den Belag von der bereits bestehenden Fläche aus und Anfangs von außerhalb der Randsteine von außen nach innen verlegen. Beim Verlegen der Pflaster-/ Betonwerksteine nach gewähltem Verlegemuster, eine Mindestfugenbreite von 3 mm bei Verwendung des wasserundurchlässigen Pflasterfugenmörtel und 8 mm beim wasserdurchlässigen Pflasterfugenmörtel einhalten. Die Mindestfugenbreite stellt sicher, dass die Fugen in voller Höhe verfüllt und somit alle auftretenden Kräfte sicher abgetragen werden können.
Während des Verlegens darauf achten, dass die Steine immer fluchtgerecht verlegt werden. Gegebenenfalls eine Schnur über die verlegte Fläche spannen und den nachfolgenden Belag daran neu ausrichten.
Anschließend den Belag säubern und ggf. trocknen und mit einem Rüttler mit Gummi- oder Kunststoffplatte fest in das Pflasterbett einrütteln.
Hinweis: An den seitlichen Flanken von Betonwerksteinen befinden sich teilweise sogenannte Abstandshalter von ca. 1-2 mm, stellen aber nur eine Transporthilfe dar! Diese sollten beim Verlegen nicht als Fugenabstandhalter genutzt werden, da es sonst zu Beschädigungen der Steine durch Kantenpressungen kommt. Generell darauf achten, dass die verlegten Steine keinerlei Berührungspunkte haben!
Bei geplanter wasserdurchlässigen gebundener Verfugung von Pflaster- oder Betonwerksteinen weiter mit Schritt 8, bei geplanter wasserundurchlässigen gebundener Verfugung von Pflaster- oder Betonwerksteinen weiter mit Schritt 9.
6b. Pflasterbett herstellen (ungebundene Bettung):
Auf die verdichtete Tragschicht eine etwa 5 cm starke Schicht aus Sand oder Splitt (2/5erKörnung) gleichmäßig auftragen und vorsichtig auf Höhe abziehen. Somit werden leichte Unebenheiten im Unterbau ausgeglichen und der nachfolgende Belag bekommt ein dauerhaftes und gleichmäßig ebenes Pflasterbett.
Hinweis: Beim anschließenden Verdichten/Rütteln des Belags wird der Belag ca. 1 cm tief in das Pflasterbett eingedrückt.
7b. Pflaster-/Betonwerksteine verlegen (ungebundene Bettung):
Die Pflaster- bzw. Betonwerksteine sind im gewählten Verlegemuster lagenweise in das ungebundene Pflasterbett aus Edelsplitt oder Sand der Körnung 1/3 mm bzw. 2/5 mm einzulegen. Die Bettung ist zuvor eben und hohlraumfrei auf die verdichtete Tragschicht in einer Stärke von 3–5 cm abgezogen.
Nach dem Abziehen darf das Pflasterbett nicht mehr betreten werden.
Die Steine sind höhen- und fluchtgerecht mit einem Gummihammer auf das vorgesehene Niveau einzuklopfen. Die Verlegung erfolgt stets von bereits fertiggestellter Fläche aus, beginnend außerhalb der Randbegrenzungen und von außen nach innen.
Die Fugenbreite muss mindestens 3 mm betragen. Werkseitige Abstandshalter (i. d. R. 1–2 mm) gelten nicht als Fugenführung und dürfen nicht als alleiniger Fugensicherer verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass zwischen den Steinen sichtbare Fugen ohne Presskontakt verbleiben, um Schäden durch Kantenpressungen zu vermeiden.
Nach dem Verlegen ist die Fläche mit einem Plattenrüttler mit Gummi- oder Kunststoffschutzmatte mehrfach überlappend abzurütteln, sodass sich die Steine fest und kraftschlüssig in die Bettung einfügen. Eine Reinigung der Fläche vor dem Abrütteln ist empfehlenswert.
Hinweis zur Fugenverfüllung: Nach dem Abrütteln sind die Fugen mit geeignetem, ungebundenem Fugenmaterial (z. B.Sand oder Edelsplitt mit maximaler Körnung 1–3 mm) vollständig und hohlraumfrei einzufegen. Bei Bedarf ist dieser Vorgang mehrmals zu wiederholen, bis alle Fugen vollflächig geschlossen sind.
8. Pflaster-/Betonwerksteine ungebunden verfugen:
Vor dem Verfugen sind die Fugen ggf. mit einer Luftlanze oder Hochdruckreiniger auszuräumen und müssen anschließend vollständig trocknen. Danach den Sand aus möglichst niedriger Höhe ausschütten und gleichmäßig auf der trockenen Pflasterfläche verteilen. Anschließend mit einem Besen in einem Winkel von ca. 45° zu den Fugen in diese einarbeiten, so dass die gesamte Fugenhöhe gefüllt ist.
9. Pflaster-/Betonwerksteine gebunden verfugen - wasserdurchlässig:
SAKRET Pflasterfugensand Fix:
Vor dem Verfugen sind die Fugen ggf. mit einer Luftlanze oder Hochdruckreiniger auszuräumen. Danach die Oberfläche des Belags die Pflasterfläche gründlich vornässen. Zum Zeitpunkt des Einbringens der SAKRET Pflasterfuge Fix muss ein geschlossener Wasserfilm auf der Fläche vorhanden sein, es darf aber kein Wasser in den Fugen stehen.
Nach Öffnen des Gebindes das Material unmittelbar darauf in kleineren Portionen gleichmäßig aufbringen und unterstützt von einem feinen Wasserstrahl mit einem Moosgummischieber oder Kokosbesen in die Fugen einarbeiten und ausreichend verdichten.
10. Pflaster-/Betonwerksteine gebunden verfugen – wasserundurchlässig:
SAKRET Fugensand Fix:
Vor dem Verfugen sind die Fugen ggf. mit einer Luftlanze oder Hochdruckreiniger auszuräumen und müssen anschließend vollständig trocknen. Das Produkt ausschütten und gleichmäßig auf der Pflasterfläche verteilen. Anschließend mit einem Besen in die Fugen einarbeiten bis die gesamte Fugenhöhe gefüllt ist. Danach die Fläche sorgfältig abfegen und von Produktresten befreien.
Zum Verfestigen der Fugen die gesamte Pflasterfläche mit einem feinen Wassersprühnebel gründlich und vollständig benetzen und evtl. vorhandenes überschüssiges Material in die Fugen spülen.
Sollten Produktreste auf der Steinoberfläche zurückbleiben, können diese mit dem Schrubber angelöst werden. Die Fläche bis zum abschließenden Reinigen dauerhaft nass halten.
11. Fläche reinigen:
Ungebundene Verfugung:
Die Fläche sorgfältig mit einem Besen abfegen und von Produktresten befreien.
Gebundene, wasserdurchlässige Verfugung – SAKRET Pflasterfugensand Fix:
Nach ca. 10 Minuten, die Fläche kreuzweise mit einem mittelharten Besen abfegen und dabei die Fugenoberfläche gleichmäßig schließen und glätten. Anschließend die Oberfläche 24h vor starkem Niederschlag mit einer Folie schützen.
Gebundene, wasserundurchlässige Verfugung – Fugensand Fix:
Nach wenigen Minuten verfestigt sich die Fuge und die Fläche kann mit flach gehaltenem Fächerstrahl abgespült werden. Dabei darauf achten, dass die Fugen nicht ausgespült werden. Anschließend die Oberfläche 24h vor starkem Niederschlag mit einer Folie schützen.
Gebundene, wasserundurchlässige Verfugung:
Nach dem Ansteifen des Mörtels wird der Belag grob vorgewaschen und anschließend mit einem feuchten Schwammbrett gereinigt.
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SAKRET Verarbeitungsvideo
» Gartenwege pflastern
3. Produkte für Dein Projekt: fachmännisch Deinen Weg pflastern
1 Schotterschicht Randsteine
2 Beton Randsteine
3 Schotterschicht Weg
4 Bettungsschicht Weg (gebunden)
5 Bettungsschicht Weg (ungebunden)
6 Haftbrücke
7 Fugenmörtel
8 Fugensand
4. Werkzeuge für Dein Projekt: Pflaster und Betonsteine verlegen
Vorbereitung
Verarbeitung
Sicherheitsausrüstung



